Marc Aurel & Helmut Schmidt – Die Kunst der Selbstbetrachtung

Was haben Helmut Schmidt und Marcus Aurelius Antoninus Augustus gemeinsam? Immerhin liegen zwischen dem im März des Jahres 180 verstorbenen römischen Kaiser und dem Altkanzler satte 1835 Jahre. Jedenfalls gelten beide als Meister der philosophischen Selbstbetrachtung.

 

Helmut Schmidt

 

Wir möchten mit diesem kleinen Einwurf „nur mal eben“ auf ein wichtiges Buch hinweisen, das dieser Tage erscheinen wird. Der Titel: Was ich noch sagen wollte; Autor: Helmut Schmidt. Der erklärt im Kapitel „Die Kunst der inneren Gelassenheit: Mark Aurel“ auf die ihm ganz eigene weise Art sein besonderes Verhältnis zu dem gebürtigen Römer und speziell zu dessen Selbstbetrachtungen, in Griechisch als ta eis heautòn verfasst und – nicht zu vergessen – durch mittelalterliche Abschriften bzw. Kopien auf uns gekommen.

Da sage also noch einmal einer, die Beschäftigung mit der Antike habe etwas „Rückwärtsgewandtes“ an sich! Hier gelingt in nur wenigen Zeilen der erfrischende Brückenschlag zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Eine Chance, die man jüngst etwa in einer vielbeworbenen Zeit-Beilage zur Archäologie, als Spuren der Menschheit betitelt, wieder einmal ungenutzt lies. Oder wie ist da die Aneinanderreihung von „Blockbustern“ wie Himmelsscheibe von Nebra oder Ötzi einzuordnen? Kaum eine Zeile zu existenziellen und sich selbst hinterfragenden Aspekten der Archäologie, nur einmal mehr ein défilé de mode.

Zu Marcus Aurelius gibt es übrigens ein spannendes, im Jahre 2012 von Marcel van Ackeren herausgegebenes Kompendium.

Zum Schluss, was ich noch sagen wollte: Viel Spaß bei der Lektüre der erwähnten Veröffentlichungen!

 

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